Mit attraktiver Karriereseite mehr Bewerbungen
Fachkräfte finden und binden Schritt 2

Karriereseite gestalten:

So gewinnen Sie mehr Bewerber.

Was eine gute Karriereseite heute leisten muss

Eine Karriereseite sollte nicht einfach nur offene Stellen zeigen.

Sie sollte Menschen davon überzeugen, dass es sich lohnt, Ihr Unternehmen als Arbeitgeber genauer anzusehen.

Gerade bei Fachkräftemangel reicht es oft nicht mehr aus, eine Stellenanzeige zu veröffentlichen und auf passende Bewerbungen zu warten. Gute Fachkräfte können vergleichen. Sie informieren sich über Unternehmen, prüfen Arbeitsbedingungen, suchen nach Einblicken ins Team und möchten wissen, was sie bei einem Arbeitgeber tatsächlich erwartet.

Genau hier entscheidet die Karriereseite mit.

Sie ist häufig einer der ersten Orte, an denen sich ein potenzieller Bewerber intensiver mit Ihrem Unternehmen beschäftigt.

Und manchmal fällt genau dort die Entscheidung:

Bewerbe ich mich hier oder schaue ich weiter?

Wer seine Karriereseite richtig gestaltet, verbessert deshalb nicht nur den Arbeitgeberauftritt. Eine gute Seite kann dazu beitragen, mehr passende Bewerbungen zu erhalten, Bewerbungsabbrüche zu reduzieren und Kandidaten bereits vor dem ersten Gespräch besser zu informieren.


1. Was ist eine Karriereseite?

Eine Karriereseite ist der zentrale Bereich einer Unternehmenswebsite für potenzielle Bewerber.

Dort finden Interessenten offene Stellen, Informationen über das Unternehmen, Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und Ansprechpartner.

Eine gute Karriereseite beantwortet aber noch eine wichtigere Frage:

Warum sollte jemand gerade bei Ihnen arbeiten wollen?

Genau das unterscheidet eine reine Stellenübersicht von einer Karriereseite, die tatsächlich bei der Mitarbeitergewinnung hilft.

Eine Stellenanzeige beschreibt in erster Linie eine Position.

Die Karriereseite beschreibt den Arbeitgeber dahinter.

2. Warum ist eine gute Karriereseite wichtig?

Wer sich heute für eine Stelle interessiert, informiert sich häufig nicht nur über Aufgaben und Anforderungen.

Bewerber möchten wissen:

  • Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
  • Wer arbeitet dort?
  • Wie wird geführt?
  • Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?
  • Was bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitern?
  • Wie läuft eine Bewerbung ab?
  • Was unterscheidet diesen Arbeitgeber von anderen?

Fehlen solche Informationen, entsteht Unsicherheit.

Und Unsicherheit führt im Recruiting schnell dazu, dass Interessenten nicht den nächsten Schritt machen.

Vor allem qualifizierte Fachkräfte haben häufig mehrere Möglichkeiten. Wenn ein anderes Unternehmen transparenter zeigt, was Mitarbeiter dort erwartet, kann genau das den Unterschied machen.

Eine gute Karriereseite übernimmt deshalb mehrere Aufgaben gleichzeitig:

  • Sie schafft Vertrauen.
  • Sie beantwortet typische Fragen.
  • Sie zeigt das Unternehmen als Arbeitgeber.
  • Sie macht Unternehmenskultur sichtbar.
  • Sie hilft Bewerbern einzuschätzen, ob Unternehmen und Stelle zu ihnen passen.
  • Sie führt Interessenten möglichst einfach zur Bewerbung.

Für mittelständische Unternehmen liegt darin eine besondere Chance.

Viele bieten kurze Entscheidungswege, persönliche Zusammenarbeit, Verantwortung, Entwicklungsmöglichkeiten oder einen engen Kontakt zur Geschäftsführung.

Nur sieht ein potenzieller Bewerber davon häufig nichts.

Eine gute Karriereseite macht sichtbar, was im Unternehmen längst vorhanden ist.

3. Welche Inhalte gehören auf eine gute Karriereseite?

Wer eine Karriereseite gestalten oder neu erstellen möchte, sollte zunächst nicht über Farben und Bilder nachdenken.

Die wichtigste Frage lautet:

Welche Informationen benötigt ein guter Kandidat, bevor er sich bewirbt?

Offene Stellen

Alle aktuellen Stellen sollten schnell auffindbar sein.

Die Bezeichnungen müssen verständlich sein und sollten nicht nur aus internen Positionsnamen bestehen, mit denen außerhalb des Unternehmens niemand etwas anfangen kann.

Klare Informationen zur Stelle

Aufgaben, Anforderungen und Erwartungen sollten möglichst konkret beschrieben werden.

Je genauer Kandidaten verstehen, worum es geht, desto eher bewerben sich diejenigen, die tatsächlich zur Position passen.

Arbeitsbedingungen

Arbeitszeiten, Arbeitsmodelle, Urlaub, Homeoffice, Schichtmodelle oder andere wichtige Rahmenbedingungen sollten nicht unnötig versteckt werden.

Gehalt und Leistungen

Wenn möglich, sollten Unternehmen transparent mit Vergütung oder zumindest Gehaltsspannen umgehen.

Auch Benefits gehören auf die Karriereseite.

Aber bitte konkret.

„Attraktive Benefits“ sagt wenig.

30 Urlaubstage, flexible Arbeitszeiten oder eine bezahlte Weiterbildung pro Jahr sind Informationen, mit denen ein Bewerber etwas anfangen kann.

Entwicklungsmöglichkeiten

Welche Perspektiven gibt es?

Können Mitarbeiter Verantwortung übernehmen?

Gibt es Weiterbildungen, Aufstiegsmöglichkeiten oder die Möglichkeit, sich fachlich zu spezialisieren?

Unternehmenskultur

Hier reicht es nicht, einfach Werte wie „Teamgeist“, „Respekt“ oder „Innovation“ aufzuschreiben.

Zeigen Sie, wie diese Werte im Alltag aussehen.

Mitarbeiter und Team

Echte Mitarbeiter machen ein Unternehmen greifbar.

Fotos, kurze Aussagen oder kleine Videos geben potenziellen Bewerbern einen deutlich besseren Eindruck als austauschbare Stockbilder.

Ansprechpartner

Wer beantwortet Fragen?

Ein Name, ein Foto und eine direkte Kontaktmöglichkeit senken die Hürde zur Kontaktaufnahme deutlich.

Bewerbungsprozess

Bewerber möchten wissen, was nach dem Klick auf „Bewerben“ passiert.

Zum Beispiel:

1. Bewerbung senden
2. Kurzes Kennenlernen
3. Persönliches Gespräch
4. Entscheidung

Das schafft Orientierung.

4. Seiten gestalten: Darauf kommt es beim Aufbau an

Eine gute Karriereseite ist keine Imagebroschüre.

Sie muss funktionieren.

Ein Interessent sollte innerhalb weniger Sekunden verstehen:

Wer sind Sie? Wen suchen Sie? Und warum könnte es interessant sein, bei Ihnen zu arbeiten?

Zeigen Sie echte Menschen

Stockbilder von lächelnden Menschen im Besprechungsraum kennt inzwischen jeder.

Eigene Fotos vom Team, vom Arbeitsplatz oder aus echten Arbeitssituationen wirken persönlicher und glaubwürdiger.

Noch stärker können kurze Videos sein.

Ein Mitarbeiter, der in 30 Sekunden erzählt, was ihm an seiner Arbeit gefällt, vermittelt oft mehr als mehrere Absätze Werbetext.

Schreiben Sie konkret

„Tolles Team.“

„Spannende Aufgaben.“

„Flache Hierarchien.“

Solche Aussagen stehen auf unzähligen Karriereseiten.

Das Problem:

Sie sagen fast nichts aus.

Beschreiben Sie lieber konkret, wie Zusammenarbeit funktioniert.

Zum Beispiel:

„Neue Ideen können direkt mit der Geschäftsführung besprochen werden.“

Das vermittelt deutlich mehr als „flache Hierarchien“.

Machen Sie wichtige Informationen schnell auffindbar

Bewerber lesen eine Karriereseite nicht wie ein Buch.

Sie überfliegen sie.

Deshalb brauchen sie klare Überschriften, kurze Abschnitte und sichtbare Antworten auf ihre wichtigsten Fragen.

Denken Sie mobil

Viele Interessenten besuchen Stellen- und Karriereseiten über das Smartphone.

Deshalb muss die Karriereseite mobil genauso einwandfrei funktionieren wie am Desktop.

Texte müssen lesbar bleiben, Stellenangebote schnell laden und Bewerbungsformulare einfach bedienbar sein.

5. Der Bewerbungsprozess muss einfach sein

Eine starke Karriereseite kann Interesse erzeugen.

Ein komplizierter Bewerbungsprozess kann dieses Interesse innerhalb weniger Minuten wieder zerstören.

Deshalb gilt:

So einfach wie möglich. So umfangreich wie nötig.

Ein Bewerber sollte nicht erst ein Benutzerkonto anlegen, mehrere Seiten Formulare ausfüllen und anschließend Informationen erneut eingeben müssen, die bereits im Lebenslauf stehen.

Für viele Stellen kann bereits ein schlanker Einstieg ausreichen:

  • Name
  • Kontaktdaten
  • Lebenslauf
  • optional eine kurze Nachricht

Ob ein klassisches Anschreiben wirklich notwendig ist, sollte für jede Position kritisch geprüft werden. Je gefragter die Zielgruppe, desto wichtiger wird ein unkomplizierter Bewerbungsweg.

6. Klare Handlungsaufforderungen erhöhen die Chance auf Bewerbungen

Eine häufige Schwäche von Karriereseiten:

Der Besucher erhält viele Informationen, weiß danach aber nicht, was er tun soll.

Deshalb benötigt eine gute Karriereseite klare nächste Schritte.

Zum Beispiel:

  • Offene Stellen ansehen
  • Jetzt bewerben
  • Initiativ bewerben
  • Frage zur Stelle stellen
  • Ansprechpartner kontaktieren

Diese Buttons sollten nicht nur einmal ganz unten auf der Seite auftauchen.

Interessenten sollten an sinnvollen Stellen immer wieder die Möglichkeit erhalten, den nächsten Schritt zu gehen.

7. Häufige Fehler bei Karriereseiten

Viele Unternehmen investieren viel Geld in Recruitingkampagnen und Stellenanzeigen, verlieren Interessenten dann aber auf der eigenen Website.

Einige Fehler treten besonders häufig auf.

Die Karriereseite besteht nur aus Stellenanzeigen

Eine Stellenliste beantwortet nicht die Frage, warum jemand bei Ihrem Unternehmen arbeiten sollte.

Austauschbare Aussagen

„Tolles Betriebsklima“ und „interessante Aufgaben“ sind keine echte Positionierung als Arbeitgeber.

Keine echten Mitarbeiter

Wenn ausschließlich Stockbilder verwendet werden, bleibt das Unternehmen anonym.

Zu wenig Informationen

Wenn Bewerber wichtige Fragen erst im Vorstellungsgespräch stellen können, gehen manche vorher verloren.

Komplizierte Bewerbung

Je länger und komplizierter das Formular, desto größer die Gefahr eines Abbruchs.

Veraltete Stellenangebote

Eine ausgeschriebene Stelle, die längst besetzt ist, wirkt nicht nur unprofessionell. Sie kostet Bewerber Zeit und Vertrauen.

Kein Ansprechpartner

Ein persönlicher Kontakt schafft Sicherheit, vor allem wenn vor der Bewerbung noch Fragen offen sind.

8. Karriereseite und Employer Branding gehören zusammen

Employer Branding bedeutet nicht, ein Unternehmen künstlich attraktiver erscheinen zu lassen.

Es geht darum, klar herauszuarbeiten, warum Menschen gerne dort arbeiten und was diesen Arbeitgeber von anderen unterscheidet.

Die Karriereseite ist einer der wichtigsten Orte, an denen diese Arbeitgeberpositionierung sichtbar wird. Dabei sollte sie möglichst authentisch bleiben.

Kein Unternehmen ist perfekt.

Und Bewerber erwarten auch keine perfekte Hochglanzwelt.

Sie möchten einschätzen können, ob der Arbeitgeber zu ihnen passt.

Genau deshalb können konkrete und ehrliche Einblicke überzeugender sein als große Versprechen.

9. Gute Karriereseiten überzeugen statt zu überreden

Die beste Karriereseite ist nicht automatisch die mit den meisten Animationen, Videos oder Effekten.

Sie ist die Seite, auf der Interessenten das Gefühl bekommen:

Ich verstehe dieses Unternehmen.

Ich weiß, was mich dort erwartet.

Ich weiß, warum die Stelle interessant sein könnte.

Und ich weiß, wie ich mich bewerben kann.

Wenn diese Fragen beantwortet sind, hat die Karriereseite einen großen Teil ihrer Aufgabe erfüllt.

10. Beispiele für gute Karriereseiten

Es lohnt sich, auch außerhalb der eigenen Branche nach Ideen zu suchen.

Unternehmen wie Gini, Esri oder Asana zeigen unterschiedliche Ansätze.

Gini stellt Persönlichkeit, Kultur und Zusammenarbeit stark in den Mittelpunkt.

Esri verbindet Arbeitgeberkommunikation mit einer klaren Darstellung von Standorten und Einstiegsmöglichkeiten.

Asana arbeitet unter anderem mit Einblicken in Teams und Mitarbeiterstimmen.

Der entscheidende Punkt ist aber nicht, diese Unternehmen zu kopieren.

Fragen Sie stattdessen:

Welche Informationen und Einblicke würden unsere Wunschbewerber überzeugen?

Eine Karriereseite sollte immer zum eigenen Unternehmen passen.

11. Eine gute Karriereseite allein reicht nicht

Selbst die beste Karriereseite löst den Fachkräftemangel nicht allein.

Sie ist ein wichtiger Teil eines größeren Recruitingprozesses.

Social-Recruiting-Kampagnen, Stellenportale, Google, Empfehlungen oder Direktansprache sorgen dafür, dass Menschen auf Ihr Unternehmen aufmerksam werden.

Die Karriereseite übernimmt anschließend eine andere Aufgabe:

Sie muss aus Aufmerksamkeit echtes Interesse machen.

Danach muss ein einfacher Bewerbungsprozess dafür sorgen, dass aus Interesse eine Bewerbung wird.

Diese Schritte gehören zusammen:

Aufmerksamkeit → Interesse → Vertrauen → Bewerbung

Wenn an einer Stelle dieser Kette ein Bruch entsteht, verlieren Unternehmen potenzielle Kandidaten.

Fazit: Eine gute Karriereseite vereinfacht die Entscheidung

Wer eine Karriereseite gestalten möchte, sollte sie nicht aus Sicht des Unternehmens betrachten.

Sondern aus Sicht eines Menschen, der gerade überlegt, seinen Arbeitgeber zu wechseln.

Was möchte diese Person wissen?

Was würde ihr Sicherheit geben?

Was unterscheidet Ihr Unternehmen von anderen Arbeitgebern?

Und was könnte sie davon überzeugen, jetzt tatsächlich auf „Bewerben“ zu klicken?

Eine gute Karriereseite beantwortet genau diese Fragen.

Sie schafft Vertrauen, zeigt echte Einblicke und führt Interessenten ohne unnötige Hürden zur Bewerbung.

Gerade mittelständische Unternehmen haben dabei oft einen Vorteil:

Viele bieten ein persönliches Arbeitsumfeld, kurze Wege und echte Verantwortung.

Die Karriereseite muss dafür sorgen, dass Bewerber das auch sehen.

Möchten Sie Ihre Karriereseite verbessern?

Wenn Ihre Stellenanzeigen zwar gesehen werden, aber zu wenige passende Bewerbungen entstehen, lohnt sich ein Blick auf die gesamte Bewerberstrecke.

Von der ersten Anzeige über die Karriereseite bis zum Bewerbungsformular.

Oft sind es keine riesigen Veränderungen, sondern einige konkrete Punkte, die Interessenten heute noch vom nächsten Schritt abhalten.

Wir schauen uns gerne gemeinsam an, wo Ihre Karriereseite Bewerber überzeugt und wo aktuell noch Bewerbungen verloren gehen.

Experte: Gerald Schrader-Lauer

Experte: Gerald Schrader-Lauer

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